Orgel

Die Orgel
(mit Auszüge aus den Rechnungsbüchern)

Die Orgel ist ein Geschenk der Gräfin von Eleonore von der Schulenburg geborene von Bismarck und wurde 1789 von dem Magdeburger Orgelbaumeister Christoph Treutmann dem Jüngeren geschaffen.Sie ist die älteste Orgel im ehemaligen Kirchenkreis Wolmirstedt und verfügte ursprünglich über 11 klingend Register.

Die Orgel hat ein Manual mit den Registern Hohe Flöte 8', Viola 8 ‘, Gedakt 8', Prinzipal 4', Flöte 4', Nassat 2 2/3', Mixtur 2 und 3, sowie ein Pedal mit den Registern Subbaß 16', Posaune 16', dazu Pedalkoppel. Während des 1. Weltkrieges mußten die 75 zinnernen Prospektpfeifen abgeliefert werden

1790 erhielt Zimmermstr. Briest 20 Taler für die Verfertigung des Orgel-Chors, im Rechnungsjahr Okt. 91 bis dahin 92 sind 4 Taler für den Orgelbauer Trautmann zur Reparatur u. Reinigung der Orgel verzeichnet.
1797 sind erstmal Einnahmen für das Orgelspiel (6 gr) bei zwei Trauungen eingekommen (Bartel, Andr. Heinrich). Der Bälgetreter erhielt 2 Taler im Jahr, zwei Jahre später wurde ihm noch ein halber Taler zugelegt.
1801 Samuel Winge
1855
erhielt er nochmal ½ Taler Zulage, damit 3 Tlr. im Jahr.

Treutmann-Orgel der Kirche Angern

Am Heiligabend erhielt der Kantor 10 Silbergroschen für das Singen auf dem Turm ab 1861 Haushaltsplan

1877 Für Klingeln in der Kirche und das Treten der Bälge nach Beschluß d. GKR v. 7.3.1877 dem Schneider Heinrich 30 Mark , ab 1894 40,-.
Ab 1.12.1896 wurde ihm nur noch für das Einsammeln des Klingelbeutels bezahlt, ab 16.5.1897 übernahm Häusler Elies dies Amt, ein Bälgetreter wird nicht aufgeführt, in der Rechnung ab 1.4.1899 Fr. Behne für den Umgang mit dem Klingelbeutel 30,-, danach ein Kirchendiener ohne Nennung des Namens und 1905 nur noch 5,- M. dafür gezahlt
ab Rechnungsjahr 1882 erhielt der Kantor 1 Mark für die Aufstellung des Etats

Rechnungsjahr 1891/92 Orgereparatur (Mark) an Orgelbauer Voigt,
Stendal 530 58
ders. 361 02
Zimmermeister Lehmann 53 65
Kahnemeier für Bälgetreten bei der Orgelrep. 4 40
Kannenberg für Auf- u. Abladen der Orgel 1 50
Fracht und Porto bei Lieferung eines Harmoniums 1 75 952 90

1893 wurden die sogen. Stolgebühren abgeschafft, Pastor und Kantor wurden aus der Kirchenkasse dafür entschädigt und erhielten jährlich 124,80 Mark bzw. 67,67Mark. Dafür erhielt die Kirche einen Regierungszuschuß von 121,74 Mark, gleichzeitig wurde eine Gemeindeumlage durch den Ortssteuererheber errechnet und eingezogen, im Rechnungsjahr 1900/01 durch die Kirchensteuer ersetzt.

1917 wurden die zinnernen Orgelpfeifen abgegeben, dafür erhielt die Kirche 41,75 Mark
Nebenkosten: Hülle-Neuhaldensleben für das Herausnehmen 16,70Mark, Stoff zum Verhängen der Orgel 9,75 Mark

Ab 1. April 1919 war der Kirchendiener Lampe angestellt und erhielt jährlich 140 Mark (100 Mark Gehalt, für Bälgetreten 30,-Mark u. für Reinigung des Kirchhofs 10,-Mark.
Im folgenden Jahr wurde die Orgel von Kohl aus Stendal repariert (25 Mark)
(Zinkpfeifen ?)

1930 nach mehrmaliger Verschiebung wegen anderer dringender Reparaturen (Turmdach), Lieferung und Einbau der neuen Prospektpfeifen durch Kohl-Stendal 376,45 Mark 1929/30 wurden von dem Orgelbauer Kohl aus Stendal neue Prospektpfeifen aus Zink mit Aluminiumbronze eingesetzt , wie die Kirchenrechnung belegt. (eine Angabe in daß diese 1937 noch fehlten, muß also falsch sein.)

Ausbau der Orgel durch die Orgelbaufirma Hüfken aus Halberstadt

Im Rechnungsjahr 1930/31 installierte Elektriker Hermann Meyer die Lichtanlage in der Kirche (127,75 RM).

1931 erhielt die Orgel den elektrischen Winderzeuger „Ventus”, den Kohl aus der Schweiz schicken ließ. Kosten einschl. Einbau und elektischer Anlage (Meyer) 531,- Mark. 1932 wurden die Blasebälge durch einen elektrischen Antrieb ersetzt. Er wurde von der Firma G. Meidinger & Co. in Basel speziell angefertigt, eine Anlage namens „Ventus”, Gesamtkosten einschl. Aufbau durch Orgelbaumeister Kohl und Elektriker Meyer 354 RM.

1940 wurde eine größere Reparatur an der Orgel (690 RM) von der Firma Brandt aus Magdeburg durchgeführt.

Die Politsche Gemeinde Angern stellte im Jahr 2007 25.000,-€ für die Reparatur der Orgel zu Verfügung.
2008 wurde die Orgel von der Halberstädter Orgelbaufirma Hüfken repariert und von Heinz Peter Schmidt restauratorisch im ursprünglichen barocken Stil bemalt.